
Tag 1
Mit dem Wetter hatten wir zu Beginn wirklich Glück.. Nichts ausser ein etwas durchwachsener Wetterbericht deutet auf schlechtes Wetter hin.
Aber erstmal zur Vorbereitung. Bis kurz vor der Abfahrt hatten wir noch kein (tragbares) Zelt organisiert. So wurde kurzerhand bei einem "Fachhändler" ein leichtes 2Personen-Zelt gekauft, sowie die etwas sperrigen Klapstühle, die jedoch für den Erlebnisfaktor und Komfort unerlässlich werden sollten. Alles nötige gepackt fuhren wir mit dem Zug los über Koblenz Richtung Rüdesheim.
Dort angekommen wurden die letzten Einkäufe (Nahrungs u. Genussmittel, sowie natürlich Wasser) gemacht. Gut pepackeselt sollte die Reise nun also zu Fuss los gehen. Es wurde also ernst..
Einheimische, die wir speziell nach dem Rheinsteig fragten - Ausschilderung schien zu fehlen -, konnten uns keine Auskunft geben, so gingen wir also einfach mal los
Die Wanderung - rechtsrheinisch - begann also von Rüdesheim aus mit einem massiven Anstieg mitten durch die Wheinhänge. Wir bekamen einen ersten Eindruck, welche Anstrengungen uns erwarten würden. Allerdings "entschädigte" der Blick auf den Rhein, sowie die wirklich schöne Natur.
Am Abend war es eine echte Qual, mit den gefühlten 50 Kg auf dem Rücken einen geeigneten Platz zum nächtigen zu finden. Nach längerer schon fast verzweifelter Suche -die Kräfte liessen nach - wurden wir oberhalb eines Weinhanges fündig.
Das "Zelt" aufgebaut, wurden die neuen Klappstühle besessen. Ein schöner Blick hinab der Weinhänge bis zum Rhein oberhalb von Assmanshausen. Das Wolkenbild hatte sich etwas verschlechtert und in der Ferne hörten wir ein Gewitter. Da es noch nicht regnete genossen wir unseren (mitgebrachten) Weisswein aus dem Tetrapack gemütlich auf den Stühlen sitzend und liessen den Tag Revue passieren. Um freundlich guten Abend zu sagen und um zu gucken wer da oben auf dem Weinberg - direkt an den Reben sitzt- bekamen wir abends Besuch vom Winzer, der freundlich daraufhin wies, keinen Müll zurückzulassen. Da das natürlich auch unser Anliegen ist hielten wir uns an diese Bedingung.
Am späten Abend fing es dann an zu regnen. Dies liess uns zunächst eigentlich ganz locker, da wir mit bestem Regenschutz auf den Stühlen sassen und weiterhin den Ausblick u. Wein genossen, das ein oder andere Telefonat führten...u. Wap-emails verschickten. Als die gewittrigen Schauer immer massiver wurden beschlossen wir, das Quartier zu beziehen.. gesagt getan.. Ohhh. Das geschlossene Zelt war bereits von innen etwas nass geworden.. was Tun? Naja irgendwie haben wir diese Nacht ganz gut überstanden.
Tag 2
Am frühen Vormittag, nachdem die vom nächtlichen Dauerregen teils durchnässten Sachen wieder trocken waren wurde die Reise fortgesetzt.
Die Strecke führte uns entlang der Rheingauer Riesslingroute Richtung Lorch. Das Wetter hatte sich beruhigt, sodass diese Strecke angenehm zu laufen war. Nicht zuletzt auch wegen der etwas geringeren Steigungen und Umwege. Wir hatten also bei weniger Anstrengung als am Vortag eine wirklich schöne Aussicht. Allerdings bewegten wir uns nicht alleine auf dieser Route. So mussten wir während wir rasteten und bei dieser Gelegenheit unsere Mittagessen zubereiteten - somit wahren wir am weglaufen gehindert- eine geführte "Wheinberg-Erlebnistour" für eine Gruppe von ca 50 Senioren miterleben, die auch an dieser Stelle rasteten.
Nun führte uns der Weg Richtung Lorch am Rhein. Ein kleines Winzenstädtchen mit uhrigem Ortskern.
Dort genehmigten wir uns einen echten halbtrockenen Riessling in einer sehr gemütlichen kleinen Strausse. Unserer Bitte unser Wasser auffüllen zu dürfen entsprach man hier gerne. Sehr freundliche Inhaber und ein Ambiente wie im südlichsten Italien. Weingut Rößler , Karte
Weiter ging es durch Lorch zum nächsten Anstieg, der für diesen Tag der letzte sein sollte. Oberhalb von Lorch verliessen wir die markierten Wege des Rheinsteigs, um uns das nächste Nachtquartier zu suchen. Wieder an einem Berghang bauten wir das "Zelt" auf und genossen bei einem Lagerfeuer und Becher Wein die Stimmung der Natur und den atemberaubenden Ausblick. Wir hatten das Gefühl, einen wirklich abgelegenen Platz gefunden zu haben. Eine wirklich erhohlsame Rast. In der Nacht blieben wir diesesmal vom Regen verschohnt.
Tag 3
Am nächsten Tag wurde um die Mittagszeit, nach einem kräftigenden Mittagessen und dem inzwischen obligatorischen Pulverkaffe im Becher die Reise fortgesetzt. Wir entschlossen uns nach dem nächsten Abschnitt Bergab eine kleine Rast am Rhein zu machen, was Herrn N. dazu veranlasste ein ausgiebiges Bad im Rhein zu nehmen.
Den weiteren Weg entschlossen wir uns am Rheinufer entlang zu gehen, um Steigungen und Umwege zu vermeiden. Die Kräfte hatten uns bereits etwas verlassen und wir sahen nun den kleinen Bahnhof von Kaub. Nach einem kurzen Stadtbummel und der bitteren Erfahrung, dass Sparkassenkunden in Kaub nicht die Möglichkeit haben kostenlos Geld abzuheben, machten wir in einem Motorad u. Truckstop am Rheinufer bei einem würzigen Mittagessen eine Lagebesprechnung. Ergebnis: Die Reise wird hier beendet.
Mit dem nächsten Nahverkehrszug verliessen wir die (wie eine Riesenbaustelle wirkende) Stadt Kaub in Richtung Koblenz bzw. Köln.
Fazit: Eine Schöne Wanderung, mit einigen Umwegen und massiven Steigungen (2 Km laufen 200 m vorankommen). Man sollte - besonders wenn mit Zelt unterwegs- auf leichte Ausrüstung achten.
Viele Grüsse Ilja und Vincent


